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Buch: Germanische Sprachen. Ein vergleichender Überblick von Augustin Speyer

Buchkritik: Germanische Sprachen. Ein vergleichender Überblick von Augustin Speyer

star rating  5 Sterne, 1 Rezension
Kategorien: Bücher, Germanistik, Linguistik, Sprachgeschichte

von: Augustin Speyer
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht




 Für Sprachinteressierte und solche, die es werden wollen

Dieses Buch besticht vor allem durch seine klare Darstellung trotz aller Knappheit. Diese Knappheit führt zwar dazu, dass der Autor mitunter eine Auswahl aus verschiedenen, konkurrierenden Theorien treffen musste, doch darf man nicht vergessen, dass der Anspruch des Buches nicht darin besteht, einen allumfassenden Überblick zu geben, sondern eine kurze Einführung, quasi eine Art Appetitanreger, um den Leser dazu anzuspornen, sich verstärkt mit den germanischen Sprachen auseinanderzusetzen. Und dieser Anspruch ist voll erfüllt. Natürlich sind einige Punkte nicht unstrittig, und für viele der dargestellten Theorien ließen sich Konkurrenztheorien finden, doch ist die Auswahl, die der Autor getroffen hat, gut; sie spiegelt in etwa den 'Mainstream' wieder, was Aufgabe einer ersten Einführung ist. Sondertheorien, die z.T. von nur wenigen Forschern vertreten werden, haben in einer Einführung keinen Platz.

Die Entscheidung, die Beschreibung in einem generativen Modell durchzuführen, wirkt wie ein Befreiungsschlag. Da die historische generative Grammatik, durch die mangelnde Bereitschaft der historischen Sprachwissenschaft, sich mit moderneren Theorien auseinanderzusetzen, bedingt, noch weit davon entfernt ist, den ihr gebührenden Platz in der historischen Sprachbeschreibung einzunehmen, ist dieses mutige Vorpreschen zu bewundern. Es wird ein sinnvoller Kompromiss zwischen 'traditioneller' generativer Grammatik und dem Minimalismus gefunden, der aber insgesamt sich neueren Trends gegenüber aufgeschlossen zeigt, z.B. der Analyse der Nominalphrase als Determinatorenphrase. Ein mögliches Problem sehe ich allerdings hier darin, dass 'Hobbygenerativisten', die meinen, sie kennen sich in der generativen Grammatik aus, aber den Grad der Abstraktion, den die DP-Analyse fordert, nicht nachvollziehen können, einige Äußerungen mißverstehen können und z.B. fragen, wo bei einer pronominalen NP der Artikel sei. Da gerade in den historischen Sprachwissenschaften generative Grammatik, wenn überhaupt, nur unzureichend rezipiert wird, macht sich der Autor hier von ungerechtfertigter Seite angreifbar; auch dies zeugt wieder von Mut und Schneid.

Insgesamt ist das Buch sowohl für Laien, die sich mit den germanischen Sprachen auseinandersetzen wollen, als auch für Studenten sehr gut geeignet. Man merkt das Bemühen des Autors, die Einführung benutzerfreundlich zu machen, durch eine großzügige Gestaltung, eine nicht zu trockene Sprache und durch vereinzelte 'Merkkästen'. Ein ganz großes Plus sind die Leseproben am Ende des Buches, die selbst dem Laien einen Einblick in die besprochenen Sprachen bieten.







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