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Buch: Das Projektil sind wir: Der Aufbruch einer Generation, die RAF und die Kritik der Waffen von Karl-Heinz Dellwo

Buchkritiken: Das Projektil sind wir: Der Aufbruch einer Generation, die RAF und die Kritik der Waffen von Karl-Heinz Dellwo

star rating  3 Sterne, 2 Rezensionen
Kategorien: Bücher, Biografien & Erinnerungen, Rote Armee Fraktion

von: Karl-Heinz Dellwo
Verlag: Edition Nautilus




 Erkenntnisse auf niedrigem Niveau

Das Revolutionen auch ohne Waffen gelingen können zeigt u.a. das Ende der DDR. Die RAF ist genauso geworden wie sie es ihren Feinden vorgeworfen hat. Demokratisch gewählte Leute wurden entführt. Die RAF hat sich ermächtigt Todesstrafe auszusprechen. (in Dellwos Fall kann man von einem sadistischen Doppelmord sprechen). Und heute schweigen die Täter. Das hatten sie den Nazimördern auch vorgeworfen. Hätte die RAF gewonnen gäbe es ebenso strukturelle Gewalt und Kriege. Denn nach einer Revolution tut sich nicht das Paradies auf. Die RAF hatte keinen Vorschlag für ein besseres System weil sie schon in der Analyse falsch lagen. Widerstand kann nur etwas erreichen wenn im eigenen Handeln schon ein Kern von besserer Menschlichkeit vorhanden ist und er nicht abgeschottet und ohne Kommunikation zu den Menschen ist. das war bei der RAF so und deshalb war sie despotisch und größenwahnsinnig im schlechten Sinne. Vielleicht gibt es irgendwann eine lebbare Alternative zum Kapitalismus.(der Kommunismus ist es nach Wahl der absoluten Mehrheit in Europa nicht).

Es gibt nicht die eine Veränderung, den "heiligen Krieg". Es gibt Schritte dorthin. Z.B. hat die Frauenbewegung viel bewirkt, die Antiatomkraftbewegung, Menschenrechtsbewegung und die vielen Projekte z.B. Brunnenbau in Schwellenländern, Brot für die Welt usw. Diese Leute sind es die den kern eines besseren Systems in sich tragen. Am Handeln erkennt man die Wahrhaftigkeit und da scheint Dellwo mal wieder nur die Gewaltseite zu sehen. Denn natürlich kann man eine selbsternannte Stadtguerilla anzeigen wenn sie Bomben legt oder Menschen umbringt.
Dieses Buch ist Nabelschau eines RAF Täters. Schön, dass er wenigstens ein bischen gelernt hat.(was Millionen von Menschen damals schon gelernt hatten).

Für eine bessere Gesellschaft kann man nichts von ihm lernen. Höchstens, wie man es nicht macht. Eher von den Angehörigen seiner Opfer oder der anderen RAF Opfer. Sie zeigen wesentlich mehr menschliche Größe als der Autor. (ein gutes Buch von Anne Siemens: "Für die RAF war es das System, für mich der Vater") oder das Buch Patentöchter, geschrieben von Täter und Opferangehörigen, in dem die Oberflächlichkeit der Selbsterkenntnisse der RAF sehr ernst und klar benannt werden. [von H. Niemann]




 Gewalt ist keine Lösung?

Keine Revolution kann ohne Waffen gewonnen werden. Sobald es den Herrschenden wirklich an die (finanzielle) Substanz geht werden diese sich nichts einfach wegnehmen lassen. Die Mittel der strukturellen Gewalt sind schon jetzt enorm (Entfremdung Ausbeutung bevormundung Knast... bis zu Krieg) aber das ist ja in Ordnung! Alles durch den Kapitalismus verursachte Leid is ja gar nicht so wild auf jedenfall nicht so schlimm wie wenn sich Leute wehren.

Natürlich ist die Frage ob die RAF strategisch richtig, zum richtigen Zeitpunkt gehandelt hat, wobei das Ziel war durch Propaganda der Tat andere dazu du ermutigen auch in den Untergrund zu gehn, das kann man nur erreichen wenn man selbst auch handelt. Dellwo setzt sich sehr reflektiert mit den Generationen der RAF auseinander. Er kritisiert und bemängelt. Der Unterschied ist, das er das Konzept der Stadtguerilla nicht ablehnt und solidarisch zu den Tätern ist. Solidarität bedeutet nicht alles gut zu heissen sondern niemanden gegenüber dem Staat zu verraten oder zu verunglimpfen. Auch lehnt Dellwo strikt die Flugzeugentführung ab! Er sieht aber trotzdem die Entführer seiner Seite zugehörig.

Und wer sich mit der "Nachkriegszeit" auseinandergesetzt hat weiss das Nazis sofort wieder in ihren Ämtern sassen sofort begnadigt wurden und jeglicher politischer Antagonismus sofort unterdrückt wurde. Auch diese Entwicklung beschreibt Dellwo beeindruckend. Besonders, egal ob man es gut heisst oder nicht, werden hier die Gründe benannt warum manche Menschen nicht nur verbalradikal blieben.


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