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Buch: Warum Neonazis? Radikale alte und neue Rechte - ein Ideologievergleich von Astrid Bötticher

Buchkritiken: Warum Neonazis? Radikale alte und neue Rechte - ein Ideologievergleich von Astrid Bötticher

star rating  4.7 Sterne, 3 Rezensionen
Kategorien: Bücher, Politik & Geschichte, Politikwissenschaft, Nationalsozialismus, Neonazis

von: Astrid Bötticher
Verlag: Tectum




 Kreativ und originell

Das Buch ist spannend zu lesen. Besonders der Vergleich hat mir gefallen. Hier wird wirklich hinterfragt, warum man die Nazis mit dem Begriff "Neu" belegt. Es ist wohltuend einmal von einem Autoren zu lesen, der es schafft sich aus dieser ganzen Postmodernismus-Modernismus-Debatte herauszuhalten. Stattdessen werden Inhalte verglichen. Hier haben die Nazis nichts innovatives zu bieten - und es ist angenehm, dass ein Autor sich endlich einmal die Mühe gemacht hat dies eingehend darzustellen. Dem Buch liegt ein kleines Korrekturblättchen bei. Es ist zwar unschön, dass solche Korrekturen nötig sind, doch hat mir dies den Lesespaß nicht verdorben. Wer sich mit der Ideologietheorie auskennt (die man zum vollem Verständnis bereits kennen muss) kann hier wirklich einiges entdecken. Die Herangehensweise finde ich einleuchtend und der Text ist angenehm geschrieben. Rundum: Das Buch ist gut und empfehlenswert.




 Neue Nazis - alte Sitten?

Bötticher schaut ob es gerechtfertigt ist von Neonazis zu sprechen. Deshalb sucht sie das grundsätzlich NEUE in der Bewegung - als Vergleichsobjekte hat sie die "Ideologie" gewählt. Sie vergleicht die Ideologie der Nazis vor 1945 und die Ideologie danach. Sie teilt die Ideologie in Funktionen auf - etwa das Verständnis von Volk oder das Verständnis von Geschichte. Dann vergleicht sie Originaltexte miteinander und begibt sich auf die Suche nach dem Neuen. Der Beginn des Buches ist philosophisch.

Das Buch ist spannend aufgebaut und Bötticher versteht es das Thema ernst und doch nicht trocken darzustellen. Sie hat eine Vielzahl an Originalpublikationen untersucht und spannend aufbereitet. Der Text hält viele Originalzitate für den Leser bereit, so dass man es sich wirklich bequem machen kann. Ich glaube die Ideologieforschung ist mit dieser Forschungsarbeit ein echtes Stück voran gekommen. Auch durch den innovativen Ansatz.

Besonders gefällt mir der Bereich zur Untersuchung des Rassismus. Auch gefallen hat mir die Selbstkritik am Ende des Buches, die kritische Analyse des Ansatzes und das Schlusswort. Gut fand ich auch, dass sowohl Experten als auch Laien das Buch lesen können. Niemand wird zurückgelassen. Aus allen diesen Gründen verleihe ich Bötticher wohlwollend 5 Sterne.


 spannend und unterhaltsam

Warum Neonazis ist eine Vergleichsarbeit zur alten und neuen Rechten. Die Autorin fragt, was denn eigentlich so neu an den Nazis sein soll. Sie vergleicht Aussagen bzw. Schriften von Nazis vor dem Fall des dritten Reiches und zu Zeiten der Bundesrepublik. Dabei stellt sie fest, dass die Nazis eigentlich genau die gleichen Vorstellungen von der Welt haben, wie vor dem Fall des Dritten Reiches und "so neu gar nicht sind". Sie stellt sich explizit gegen die Mode der Sozialwissenschaft, jeden minimalen Umschwung der menschenfeindlichen Bewegung mit zu verbinden, so als ob die Nazis wirklich etwas neues zu bieten hätten. Damit hebt sie sich angenehm ab (von Autoren wie Toralf Staud etc.) und zeigt auf, wie kritisch mit dem Begriff umzugehen ist. Befreite Zonen etwa, so wird aufgedeckt, ist eine bereits sehr alte Taktik der Nazis. Und so geht es weiter. Stück um Stück werden als alte Hüte präsentiert, die es schon lange vorher gab. Fakt ist, dass die Autorin mit liebgewordenen Vorurteilen und Denkmustern aufräumt und historisch in die Tiefe geht. Der Vergleich hält sich an das Vergleichskonzept von Friedrichs - damit nutzt die Autorin einen bewährten Ansatz der Vergleichsforschung - wenngleich sie das Vergleichsmuster am Ende des Buches kritisiert. Ich halte diese Arbeit für sehr gelungen und interessant. Sie hebt sich angenehm vom Mainstream der Forschung ab und zeigt, dass es doch einige Wissenschaftler gibt, die nicht dazu bereit sind bereits abgetrene Pfade einzuschlagen, sondern sich kritisch mit der auseinander zu setzen.

Die Autorin bietet viele Zitate an, meiner Meinung nach ein Service für den Leser, der so auch etwas von dem untersuchten Original hat. Diese Diplomarbeit ist rundherum gelungen und hat mir viel Freude bereitet. Gut dass sie schon in einigen Bibliotheken erhältlich ist. Ich kann jedem empfehlen, sich das Buch mal anzuschauen.


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