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Buch: Kathy und die Hexe Hedonia - Teil 2 der Kathy-Abenteuer von Linda Kronrat

Buchkritik: Kathy und die Hexe Hedonia - Teil 2 der Kathy-Abenteuer von Linda Kronrat

star rating  5 Sterne, 1 Rezension
Kategorien: Buch, Abenteuer, Hexe, Jugendbuch

von: Linda Kronrat
Verlag: FiFa Fiction & Fantasy




 Kathy wird mit den sieben Todsünden konfrontiert und lernt, ihnen zu widerstehen. So lernt sie, was wahres Heldentum ist

Ist Kathy am Ende des Romans KATHY UND DER ZAUBERER bereits eine wahre Heldin?

Man könnte das meinen, denn am Anfang der Fortsetzung KATHY UND DIE HEXE HEDONIA befindet sich ein Bild von Kathy in Heldenpose mit dem erhobenen Schwert des Siegers in der Hand. Der Text zum Bild lautet: "Es war einmal eine Königstochter, die wurde zu einer wahren Heldin." Doch in vollem Umfang gilt das erst ganz am Ende dieses zweiten Kathy-Romans.

Was wahres Heldentum ist, erklärt Hagios, der Weise vom Heiligen Berg, im 2. Kapitel des Romans, als er sagt: "Es braucht nicht viel zum wahren Heldentum. Das beste, ja das einzige Mittel ist, dass man versucht, den Willen Gottes in allen Dingen zu erfüllen. Ein wahrer Held denkt nie an sich, nie an seinen Vorteil oder sein Vergnügen, sondern stets an das Wohl seiner Mitmenschen, für die er - wenn nötig - bereit ist, sein Leben hinzugeben." Kathy benötigt 15 Kapitel und 8 Monate, um das endgültig zu begreifen.

Wie KATHY UND DER ZAUBERER ist auch KATHY UND DIE HEXE HEDONIA perfekt strukturiert: Diesmal geht es nicht um sieben gute Taten, sondern um die sieben Todsünden. In jedem der ersten sieben Kapitel wird sie mit einer weiteren Todsünde konfrontiert: Im 1. Kapitel mit Habgier und Geiz, denn sie schenkt das von den Räubern erbeutete Geld nicht wie geplant den Bedürftigen, sondern bringt es in die königliche Schatzkammer. Im 2. Kapitel geht es um Hochmut, Eitelkeit und Ruhmsucht, denn Kathy lässt ihre Heldentaten in Ruhmeshymnen im ganzen Land verkünden und beabsichtigt, den Heiligen Victor als größten Helden der Geschichte von Kratorniland abzulösen. Im 3. Kapitel ist sie neidisch und eifersüchtig auf ihre Kampfgenossin Ronia und schickt sie fort, damit alle nur noch Kathy als Heldin feiern. Im 4. Kapitel faulenzt Kathy auf der Insel der Träume und gibt sich fragwürdigen Freuden hin. Im 5. Kapitel wird Kathy von Zorn, Wut, Hass und Rachsucht übermannt. Im 6. Kapitel unterliegt Kathy der Völlerei und im 7. Kapitel will sie die "körperliche Liebe" erleben, die in Wirklichkeit nur hemmungslose Wollust ist.

Am Ende des 7. Kapitels hat sie alles verloren. Während sie sich im 1. Buch KATHY UND DER ZAUBERER schweren Herzens, aber doch aus freiem Willen von ihrem Besitz, ihrer Kleidung und ihrem Pferd getrennt hat, um anderen Menschen zu helfen, hat sie nun durch ihre eigene Schuld all das verloren, was sie in KATHY UND DER ZAUBERER erworben hat: das Schwert des Siegers, das silberne Kreuz, den Zauberring, alle ihre Freunde - und um ein Haar auch ihre Unverwundbarkeit und ihr Leben. Nur das Einhorn Antares ist ihr geblieben.

Im 8. Kapitel, das den Wendepunkt markiert, kommt sie zunächst zu den Fischern am Gizára. Aber nicht wie im 1. Buch als hochnäsige Königstochter, sondern als reuige Sünderin. Wie im ersten Buch macht ihr der alte Fischer Mut und erzählt ihr eine lehrreiche Geschichte. Doch die Antwort auf alle Fragen erhält sie nicht von dem Fischer, nicht von Hagios und auch von keinem anderen Mann, sondern von einer alten Frau.

Die Kapitel 9 - 15 sind den sieben Tugenden gewidmet, die das Gegenstück zu den sieben Todsünden darstellen. Kathy beweist Demut, entschuldigt sich bei allen, denen sie Unrecht getan hast und gewinnt ihre Freundinnen zurück. Sie gründet den von ihrem Großvater zerstörten Orden der Heiligen Jungfrauen neu und beweist Nächstenliebe. Tatkraft und Tapferkeit beweist sie, als sie gemeinsam mit ihren Freundinnen den Kampf gegen die Hexe Hedonia und den von ihr entfachten Hedonismus aufnimmt. Geduld und Sanftmut beweist sie bei der Verhandlung mit ihrem Vater, den sie aus Hedonias unheilvollem Einfluss zu befreien versucht. Genügsamkeit zeigt sie, als sie längere Zeit bei dem Wüstenvolk Zahit lebt und deren Sitten und Gebräuche kennen lernt. Enthaltsamkeit beweist sie während ihrer Haft im Kerker und entscheidet sich schließlich für ein Leben in Keuschheit und Reinheit

Mit dem letzten Satz des Romans "Ich habe mich entschieden!" ist sie zu einer wahren Heldin geworden, die nicht fragt: "Was kann ich bekommen?", sondern: "Was kann ich geben im Leben?"

Es gäbe noch viel über die brillanten Einfälle der Autorin zu schreiben, z.B. über Kathys Protektor zum Schutz vor Unterleibsverletzung und Vergewaltigung, über das sechsköpfige Monster Hamtimansisk, über die raffinierte Art, wie Hedonia die Menschen zum Bösen verführt, und über die zahlreichen Anspielungen auf Probleme unserer Zeit, z.B. den Kruzifix-Streit (Hedonia lässt das Kreuz als "Symbol der reaktionären Verschwörung gegen unseren freiheitlichen Staat und seine Regierung" verbieten) und den m Islam (die Zahit, deren Religion dem Islam entspricht, gewähren Kathy und ihren Freundinnen Zuflucht, während ihre dem Hedonismus verfallenen Landsleute sie verfolgen). Das Buch enthält auch mehrere lehrreiche Kurzgeschichten aus verschiedenen Kulturkreisen und Pfadfinder werden etliche Zitate ihres Gründers Robert Baden-Powell darin wiederfinden.

Ich kann jedem nur empfehlen, das Buch zu lesen. Auch wenn es in erster Linie für Mädchen geschrieben ist, können sicher auch Jungs etwas daraus lernen







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